Was ist eigentlich Qi Gong?

Wer kennt das nicht: Nach dem langen Arbeitstag sind die Muskeln verspannt, der Geist ist träge, wir fühlen uns müde. Trost verschafft lediglich der Ausblick auf das hoffentlich entspannte Wochenende. Und wer einen körperlichen Ausgleich sucht, wird bestimmt im Fitnessstudio fündig. Doch falsch gedacht! In solchen Fällen lohnt sich viel eher ein Blick in die Geschichte der chinesischen Heilkunst. Denn das dort praktizierte Qi Gong führt nicht alleine zur mentalen Ausgeglichenheit. Es kann ebenso den Organismus stärken, Krankheiten vorbeugen und bei der Linderung bereits bestehender Leiden helfen. Erst mit starken Nerven, einer besseren Konzentrationsfähigkeit sowie kräftigen Muskeln sind wir den Herausforderungen des Alltages optimal gewappnet. Qi Gong ist ein möglicher Weg zur geistigen und körperlichen Erholung.

Der traditionelle Weg zu Vitalität und Wohlbefinden

Wer heute vom Qi Gong spricht, der führt zwei elementare Begriffe der jahrtausendealten chinesischen Heilkunst zusammen. Denn das „Qi“ steht dabei für die Lebensenergie und die Kraft, mit der Körper und Geist gefüllt sind. „Gong“ umschreibt dagegen für die Fähigkeiten und das Können des Menschen. Gemeint ist also der Wunsch, an der eigenen physischen und psychischen Verfassung zu arbeiten, seine Stärken zu verbessern, gleichzeitig aber vorhandene Schwächen zu beseitigen.

Die hinter dieser Philosophie stehende Lehre mag einen relativ jungen Namen besitzen: Vom Qi-Gong ist erst seit rund 70 Jahren die Rede. Das Konzept an sich blickt indes auf eine etwa 6.000-jährige Tradition zurück. So arbeiteten bereits die antiken chinesischen Kulturen an Körper und Geist, wobei die Anwendungsformen im Laufe der Jahrtausende stark durch die Naturheilkunde, die neuen medizinischen Erkenntnisse sowie die Religionen und sogar die Kampfkünste beeinflusst wurden. Auch das Qi-Gong selbst ist somit einem steten Fluss der Veränderung unterlegen.

Die Grundprinzipien des Qi-Gong

Heute umfassen die Anwendungsformen des Qi-Gong ein beinahe unüberschaubares Spektrum. Denn die Einsatzgebiete beziehen sich etwa auf körperliche Übungen, auf Massagen, auf die Konzentration oder die Meditation. Sie alle gehen jedoch auf drei Grundtechniken zurück: Das innere Qi-Gong bezieht sich auf die Vorstellungskraft und die geistige Stärke, das äussere Qi Gong rückt den Körper in den Fokus und das Qi Gong Yangshen widmet sich der Frage, wie wir unser Leben führen.

Ihnen allen gleich sind die dabei verfolgten Grundprinzipien. Das Qi Gong richtet sich auf die sogenannten Meridiane im menschlichen Körper. Gemeint sind Leitbahnen, durch die die Energie einer jeden Person fliesst. Kommt es dabei zu Unterbrechungen oder Blockaden, so fühlen wir uns müde und schwach. Das Ziel liegt hingegen darin, die Lebenskraft ungestört zirkulieren zu lassen, sodass diese sowohl Körper als auch Geist erreicht. Jede der rund 1.000 anerkannten Anwendungsformen widmet sich dieser Aufgabe.

Die Lehre der drei Elemente

Jede Grundrichtung des Qi Gong folgt eigenen Regeln, Einsatzgebieten und Zielen. Sie alle setzen sich aus drei Einflüssen zusammen. So wirken stets die bewusste Atmung, die Bewegung des Körpers sowie die Vorstellungskraft eines Menschen zusammen. Erst in ihrer Gesamtheit sind alle drei Bestandteile fähig, eine Arbeit an der Lebensenergie – und damit eine Verbesserung derselben – herbeizuführen. Davon wiederum profitiert die körperliche ebenso wie die geistige Gesundheit. Konzentration und Wohlbefinden werden gestärkt.

Erst in der Zusammensetzung dieser drei Elemente unterscheiden sich die einzelnen Übungen. Denn ob der Fokus auf der Atmung, der Bewegung oder der Imagination liegt, wird von mehreren Faktoren bestimmt. Im Vordergrund steht dabei jedoch die physische und psychische Verfassung des Anwenders sowie der mit dem Qi Gong in seinem Falle verfolgte Zweck. Zudem kann jeder Stil um die Elemente der Natürlichkeit, des Tons, der Ruhe sowie der Entspannung erweitert und auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Qi Gong in der praktischen Anwendung

Wer sich mit den zahlreichen Übungen des Qi Gong erstmalig auseinandersetzt, erahnt schnell die Fülle des Themengebietes. Dennoch sollte sich davon niemand abhalten lassen, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu unternehmen. Denn diese Form der alternativen Medizin lässt sich denkbar leicht erlernen. Das gelingt am besten, indem mit simplen und grundlegenden Übungen begonnen wird. Diese werden in unserem Seminarzentrum gelehrt und stetig in ihrem Anspruch gesteigert.

Der Übende kommt dabei in den Genuss, das Qi Gong in vielfältiger Weise zu praktizieren. Das gelingt sitzend, liegend, laufend oder in vielen anderen Formen der Bewegung. Ebenso ist das Qi Gong in der absoluten Stille und der Konzentration des Praktizierenden möglich. So werden etwa beim „Spiel der fünf Tiere“ unterschiedliche Lebewesen nachgeahmt, deren Bewegungsabläufe für die fünf Elemente des Lebens stehen. Der Anwender lernt dabei den Umgang mit seinem Körper, mit seinem Denken, ebenso aber mit seinen Gefühlen.

Anwendungsgebiete des Qi Gong

Wer die Grundkenntnisse des Qi Gong beherrscht, besitzt damit ein wichtiges Instrument zur Steuerung von Körper und Geist. Für Letztgenannten stellen sich Verbesserungen bei der Merk- oder der Konzentrationsfähigkeit ein. Zugleich wird die Kunst der Selbstwahrnehmung erlernt: Das Auseinandersetzen mit dem eigenen Ich gehört zu den wichtigsten Säulen des Qi Gong – denn zu einer Änderung ist schliesslich nur fähig, wer sich selbst reflektieren und vorhandene Stärken wie Schwächen erkennen kann.

Daneben profitiert der gesamte Körper von den Übungen des Qi Gong. Meist verbessert sich die Haltung des Anwenders innerhalb kurzer Zeit. Nicht alleine die Durchblutung der Muskeln und die gesteigerte Regeneration nach einer Belastung lassen sich hierbei erkennen. Auch die Atmung erfolgt nunmehr gezielter und aktiver. Die Bewegungen des Praktizierenden wirken geschmeidiger, da durch die stete Anwendung die Sehnen gedehnt und die Gelenke geschont werden. Auf diese Weise wird körperlichen Leiden vorgebeugt. Vorhandene Krankheiten werden sanft gelindert.

Alternative Medizin und Gesundheitsvorsorge

Bereits ein Blick in die chinesische Geschichte zeigt den dortigen Stellenwert des Qi Gong: Aus dem Leben der Menschen sind die Abläufe und Anwendungsformen nicht mehr wegzudenken. Denn das Qi Gong gilt als wichtiger Baustein der körperlichen und geistigen Gesundheit. Die Praktizierenden zeichnet oft die Fähigkeit aus, sich bis in das hohe Alter hinein agil und gelenkig bewegen zu können. Ebenso sind sie seltener anfällig für Krankheiten und Stress, wirken mental ausgeglichen und zufrieden.

Vitalität, Wohlbefinden und Lebensenergie werden durch das ständige Praktizieren des Qi Gong nachhaltig verbessert. Die einstigen Stolpersteine des privaten wie beruflichen Alltages lassen sich damit schon bald mühelos überspringen. Zudem gelingt mit der Beherrschung dieser Bewegungs- und Meditationsform in der Regel ein besserer Einstieg in die unterschiedlichen Bereiche der Konzentrationsarbeit, dem Auseinandersetzen mit Religionen und Philosophien sowie beim Erlernen der Kampfkünste. Die Anwender werden von Umstehenden häufig als Fels in der Brandung wahrgenommen – als eine Person, die nichts aus der Ruhe bringen kann.