Blogpost-Reihe Feng Shui: Die Lebensenergie Chi – eine Einführung

Alles ist Energie. Das wussten schon die Menschen der alten Kulturen. Jede Kultur hat andere Bezeichnungen für die Lebensenergie. Die Japaner sprechen von Ki und die Chinesen nennen es Chi. Was für die Hawaiianer Mana ist, bezeichnen die Menschen Indiens als Prana. Im Deutschen spricht man von Geist. Heute wird die Lebensenergie Chi von den Physikern wieder entdeckt und Orgon oder Nullpunktenergie genannt. Alles besteht aus Atomen und Atome sind letztlich nur Energie. Das bedeutet, wir sind immer von Energie umgeben. Ob sie dich unterstützt oder eher schwächt, hängt davon ab, ob sie fliesst oder stagniert.

Lebensenergie Chi – ein interkulturelles Wissen über den Energiefluss

Die Erkenntnis vom Energiefluss war in früheren Zeiten in vielen Kulturen bekannt. Das Wissen ist interkulturell, weil es eine Erfahrung der Menschen ist. Der Energiefluss selbst ist zwar nicht sichtbar, aber sehr wohl zu spüren. Auch seine Auswirkungen sind wahrnehmbar. Jeder kann die Qualität der Lebensenergie Chi spüren. In einem wohlgestalteten Haus fühlst du dich einfach wohl. Hat es Streit gegeben, so hängt die Spannung spürbar im Raum. In ungenutzten Räumen stagniert die Energie und sie sind muffig, während die Energie bei einem Springbrunnen belebend wirkt.

Jede Kultur hatte ihre Fachkräfte für Energie. Die Rutengänger spürten Wasseradern und andere Störungsquellen auf. Vor dem Bau eines Hauses wurde die Energie der Umgebung geprüft. Tiere und Pflanzen gaben Auskunft über die Beschaffenheit der Energie. Misteln wachsen auf Bäumen, die auf ungünstigen Strahlungen stehen. Bäume, die verdreht wachsen oder mehrere Stämme haben, zeigen ebenfalls Erdstrahlungen an. Hielten sich Kühe auf dem gewählten Platz auf und begannen zu fressen oder zu ruhen, war der Platz auch gut für Menschen, da Kühe Strahlenflüchter sind. Katzen hingegen sind Strahlensucher und ihr Lieblingsplatz ist nur bedingt geeignet für den Menschen.

Jede Kultur hat ihre Lehre über den Energiefluss und was ihn unterstützt. Das Wissen der europäischen Kulturen war in der grossen Bibliothek von Alexandria versammelt. Leider ging es mit der Zerstörung der Bibliothek verloren. Auch durch die Hexenverfolgung im Mittelalter verschwand viel altes Wissen.

Die chinesische Lehre über die Lebensenergie Chi

Die chinesische Kultur verehrt die Ahnen und ihr Wissen. Daher haben die Chinesen alles verwahrt, was ihre Vorfahren gelehrt haben. Deshalb schauen sie heute auf eine mehrere Tausend Jahre alte Kultur und einen grossen Wissensschatz über die Lebensenergie Chi zurück. Sie sind in der Lehre des Feng Shui versammelt. Dabei gibt es hauptsächlich zwei Arten, die Energie zu betrachten:

Die Kompass-Schule des Feng Shui

Die Menschen im Norden Chinas lebten in weiten Ebenen. Das Auge fand nichts, woran es sich orientieren konnte. Also richteten sich die Menschen nach den Himmelsrichtungen und ihren Qualitäten. Daraus entwickelte sich die sogenannte Kompass-Schule des Feng Shui. Einige Aussagen sind lediglich für diese Gegend Chinas gültig und für die damalige Zeit. So lebten im Osten die Mongolen, ein räuberisches Reitervolk. Es war daher ungünstig, die Haustür nach Osten auszurichten. Im Osten wohnte der Tod. Bezogen auf die Überfälle durch die Mongolen traf das zu. Doch übertragen auf beispielsweise deutsche Verhältnisse macht das keinen Sinn. Für uns heute gibt es keine direkte Bedrohung aus dem Osten. Auch die vorherrschende Windrichtung, die den Sand in die Häuser wehte, war für eine Haustür ungünstig.

Doch die universellen Qualitäten der Himmelsrichtungen machen auch heute Sinn, auch in anderen als der chinesischen Kultur. Der Osten mit dem Sonnenaufgang steht für aufsteigende Energien. Im Süden ist die Lebensenergie Chi am stärksten nach aussen gerichtet. Im Westen, dem Abend, zieht sich die Energie langsam zusammen. Im Norden ist sie nach innen gerichtet. Durch Beobachtung der Natur fanden die Chinesen diese Qualitäten in Formen, Pflanzen usw. wieder. Sie verbanden sie mit den einzelnen Elementen

  • Feuer – Süden
  • Wasser – Norden
  • Metall – Westen
  • Holz – Osten
  • Erde – Mitte

Die Formenschule des Feng Shui

Der Süden Chinas war ein abwechslungsreiches Land mit Bergen, Tälern, Flüssen und Seen. Die dort lebenden Menschen lasen die Qualität der Lebensenergie Chi an den Formen der Natur ab. Hier entstand die sogenannte Formenschule des Feng Shui. Sie ordneten die fünf Elemente den Gegebenheiten in der Natur zu. Das Feuer entsprach den spitzen Bergen. Die nach oben wachsenden, säulenförmigen Bäume verkörperten das Element Holz. Das Wasser spiegelte sich im welligen Gelände. Die Form der Erde zeigte sich in abgeflachten Hügeln. Und das Element Metall als nach innen gerichtete Energie war in kuppelförmigen oder kugeligen Hügeln zu finden.

Aus den Fliessformen des Wassers leiteten die Chinesen den möglichen Fluss der Energien und seine Folgen ab. Ein ruhiger, mäandrierender Fluss nährt seine Umgebung. Schnell fliessendes Wasser kann zerstörend sein und trägt die Erde an seinen Ufern ab. Stagnierendes Wasser in einem See kann umschlagen und zu einem fauligen Tümpel werden. Analog ist es um die Energie in den Häusern und ihrer Umgebung bestellt. Das Ziel des Feng Shui war und ist es daher immer, einen ruhigen Energiefluss zu erzeugen, der alle Bereiche in einem Zimmer und im Haus erreicht und nährt.

Die Feng Shui Lehre der heutigen Zeit

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die beiden Schulen des Feng Shui vereint. Immer geht es darum, den vorhandenen Wohnraum so gut wie möglich zu harmonisieren, was für jeden Menschen und zu verschiedenen Zeiten etwas anderes bedeuten kann. Ein lethargischer Mensch braucht vielleicht etwas mehr Feuerenergie während ein Kind von mehr Ruhe an seinem Schreibtisch profitiert. Günstige Einflüsse werden gestärkt, ungünstige ausgeglichen.

Feng Shui geht davon aus, dass die Lebensenergie Chi zur Tür eines Hauses und Zimmers hineinströmt. Im Raum schlängelt sie sich von Gegenstand zu Gegenstand, prallt an den Wänden ab und entweicht teilweise durch die Fenster. Liegt ein Fenster direkt gegenüber von einer Tür, strömt die Lebensenergie Chi in einem Strom hinaus. Durch entsprechende Massnahmen wie Kristalle, Spiegel oder das Umstellen von Möbeln wird der Energiefluss in das Zimmer gelenkt.

Ist ein Raum mit Möbeln zugestellt, wird die Energie blockiert. Sie hat keinen Platz zum Fliessen. Auch das ist ungünstig und die Hindernisse müssen aufgelockert oder entfernt werden. Ein freier Fluss der Lebensenergie Chi harmonisiert den Raum und damit auch die Menschen, die sich in ihm aufhalten. Dasselbe gilt für den Garten. Eine harmonische Umgebung beeinflusst das ganze Leben.

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