Blogpost-Reihe Heilpflanzen: Spitzwegerich

Spitzwegerich ist auf der Welt weit verbreitet und wurde als Heilkraut schon seit Urzeiten von verschiedenen Völkern eingesetzt. Seine positiven Eigenschaften haben sich bis heute bewährt.

So erkennst du Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Der Spitzwegerich ist ein Vertreter der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und fast auf der ganzen Welt verbreitet. Ihm gefällt es an trockenen Plätzen am Wegesrand, neben Feldern und Wiesen. Er ist sehr widerstandsfähig, wächst auch auf felsigem Gelände und bahnt sich selbst durch kleine Ritzen im Beton seinen Weg ans Licht. Der Spitzwegerich wird bis zu 50 cm hoch, wobei die Wurzeln bis zu 60 cm in die Erde reichen. Die Blüten bestehen aus einem braunen Docht umringt von kleinen weissen Blüten. Spitzwegerich blüht zwischen Mai und September. So lange die Knospen noch grün sind, können sie auch gegessen werden.

Die Geschichte des Spitzwegerichs

Der deutsche Name Wegerich lässt sich auf das althochdeutsche Reik und das lateinische Rex zurückführen. Es bedeutet soviel wie „Herrscher am Wegesrand“. Ein bei uns weit verbreiteter „Herrscher“, der seit Urzeiten zu den Arzneien vieler Völker gehört und sich auch in der neueren Geschichte munter und zum Wohle vieler weiterverbreitet hat.

Da seine Samen an den Schuhen, Hufen und den Rädern der Planwagen hafteten, wurde er im Westen der USA von den weissen Siedlern verbreitet. Bei den Indianern heisst die Pflanze daher übersetzt „Fusstritt des weissen Mannes“.

Spitzwegerich spielt in der Naturheilkunde eine grosse Rolle

In dieser Heilpflanze sind wertvolle Inhaltsstoffe, wie Schleimstoffe, Gerbstoffe, Bitterstoffe und das Glykosid Aucubin vorhanden. Diese Stoffe wirken in ihrer Gesamtheit:

  • Entzündungshemmend
  • Antibakteriell
  • Reizlindernd
  • Krampflösend
  • Hustenstillend
  • Leberschützend
  • Teilweise antiviral

Anwendungsbereiche

Diese Wirkungen werden sehr geschätzt und sind aus der Naturheilkunde und der traditionellen Medizin nicht wegzudenken. Zur Behandlung oder zur unterstützenden Therapie wird Spitzwegerich bei folgenden Krankheiten und Beschwerden eingesetzt:

  • Nesselsucht
  • Sonnenbrand
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Fieber
  • Husten
  • Insektenstiche
  • etc.

Meist wird Spitzwegerich bei Erkältungsbeschwerden, bei Bronchitis und bei starkem Husten eingesetzt. Die Heilpflanze ist in zahlreichen Hustensäften, Hustentees und Hustenbonbons zu finden, sehr häufig auch in Tees. Der Tee muss abgedeckt ca. 10–15 Minuten ziehen und bei starkem Husten sollte ruhig 50% Spitzwegerich enthalten sein. Bei Entzündungen im Mund- und Rachen-Bereich kann dieser Tee auch gegurgelt werden.

In der Homöopathie wird Spitzwegerich zudem gegen Ohrenschmerzen eingesetzt und auch gegen Zahnschmerzen soll das Heilkraut sehr wirksam sein.

Ausserdem ist Spitzwegerich als „grünes Pflaster“ bei kleineren Schürfwunden bekannt. Das Kraut verhindert Entzündungen und fördert die Wundheilung. Dazu wird einfach ein sauberes Blatt eingerollt und auf die Verletzung gedrückt, bis der Pflanzensaft ausläuft. Dann wird das Blatt mit einem Heftpflaster fixiert.

Sehr hilfreich ist das auch bei einem Insektenstich. Die Pflanze unterbindet den Juckreiz und sorgt dafür, dass sich der Stich nicht entzündet. Die antiseptische Wirkung vom der Heilpflanze ist auch in vielen Wund- und Heilsalben zu finden. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Spitzwegerich pur kaufen

In der Apotheke wird Spitzwegerich als getrocknetes Kraut, als Sirup oder als Saft angeboten. Du kannst das Sirup jedoch auch schnell und einfach selbst herstellen. Das lohnt sich besonders in der kalten Jahreszeit. Das Sirup löst den Husten, den Schleim und wirkt entzündungshemmend.

Möchtest du den Sirup zu Haue selbst zubereiten, brauchst du etliche Blätter vom Spitzwegerich, Zucker, Wasser, Zitronensaft und je nach persönlicher Vorliebe ein bisschen Honig. Die gereinigten Blätter kochst du mit etwa 100 Gramm Zucker in einem Liter Wasser auf. Dafür reichen 10 Minuten. Während dieser Zeit kannst du die Blätter von der Heilpflanze zerstampfen, sodass der Pflanzensaft austritt. Dadurch verändert sich die Farbe, der Sud verwandelt sich in Grünbraun. Anschliessend lässt du das Gemisch auf dem Herd, bis nur noch die Hälfte der ursprünglichen Flüssigkeit übrig bleibt. Jetzt kannst du den Sirup durch ein Sieb geben und mit Zitronensaft und Honig verfeinern.

Was gibt es beim Kauf zu beachten?

Diese Heilpflanze ist in freier Natur sehr häufig anzutreffen, deshalb ist Spitzwegerich als ganze Pflanze recht selten zu kaufen. Damit lässt sich fast kein Gewinn erzielen. Häufig kannst du stattdessen getrocknete Blätter vom Spitzwegerich kaufen. In Apotheken. Im Internet und manchmal auch in gut sortierten Supermärkten wirst du fündig. Achte dabei stets auf eine gute Qualität. Diese Kräuter kannst du auch als Bonbon erwerben. Am meisten wird Spitzwegerich jedoch als Tee aufgebrüht. Gesüsst schmeckt er angenehm und ist gegen Erkältungskrankheiten eine natürliche, gute Wahl.

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