Blogpost-Reihe Heilpflanzen: Ringelblume

Die Ringelblume, auch Calendula officinalis genannt, gilt als bewährtes Heilmittel bei Entzündungen und Wunden. Die Blüten der Pflanze fördern die Wundheilung und wirken entzündungshemmend. Darüber hinaus ist die Pflanze auch eine beliebte Zierblume in vielen Gärten.

Geschichte der Ringelblume (Calendula officinalis)

Obwohl die Ringelblume vermutlich schon in der Antike als Heilmittel bekannt war, erklärte erst die kräuterkundige Hildegard von Bingen (1098-1197) nachweislich die Wirkung der Blüten. Sie schrieb der Pflanze eine heilende Wirkung bei Verdauungsstörungen, Ekzemen und Kopfgrind zu und verordnete diese sogar als Gegenmittel bei Vergiftungen.

Ringelblumen galten früher zudem als eine Art Wetterorakel, da sich die sonnenliebenden Blüten der als Sponsa solis (lat. Sonnenbraut) bekannten Pflanze am frühen Morgen in Erwartung der Sonne öffnen und sich gegen 17 Uhr schliessen, wenn die Sonneneinstrahlung abnimmt. Bleiben die Blüten auch am Morgen geschlossen, ist laut Ringelblumenorakel Regen zu erwarten.

Wo kommt die Ringelblume vor?

Die einjährige Ringelblume, die zu der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) gehört,
hat ihren Ursprung in Nordwestafrika, wobei sie heutzutage in vielen Regionen der Welt verbreitet ist. Bereits seit dem 12. Jahrhundert wird die gelb blühende Pflanze nachweislich in Deutschland angebaut und ist heutzutage auch in der Schweiz in vielen heimischen Gärten zu finden. Die Pflanze zeichnet sich besonders durch ihre Vielseitigkeit aus: Während die Ringelblume Wärme bevorzugt, ist sie gleichzeitig wenig kälteempfindlich, wodurch sie weit verbreitet ist und heute als eine der bekanntesten Heilpflanzen gilt.

Wirkung und Anwendungsbereiche der Ringelblume

Ringelblumen bieten den Vorteil, dass sie allgemein gut verträglich sind. So lösen sie im Vergleich zur ebenfalls bekannten Heilpflanze Arnika keine Kontaktallergien aus, wobei sie gleichzeitig milder und gänzlich frei von Nebenwirkungen sind. Ringelblumen-Produkte eignen sich somit auch für die Anwendung auf sensibler Haut.

Die in der Ringelblume enthaltenen Karotinoide wirken entzündungshemmend und fördern die Wundheilung. Zudem verhilft die Ringelblume zu einem raschen Wundverschluss und unterstütz die Bildung von neuem Gewebe, die Narbenabheilung sowie den Abfluss von Lymphflüssigkeit. Auch Flüssigkeitsansammlungen und Ödemen wirkt die Ringelblume entgegen.

Die besonders im Kelch und den Röhrenblüten enthaltenen ätherischen Öle hemmen in Zusammenwirkung mit den Flavonoiden das Wachstum zahlreicher Bakterien, während die Saponine gegen Viren wie zum Beispiel Herpes-Viren, Pilze und Einzeller wirken. Die Polysaccharide der Pflanze wirken anregend auf das Immunsystem. Auch zur kosmetischen Hautpflege kann die Calendula auf sensibler, gereizter oder zu Allergien neigender Haut angewendet werden, wobei sie sich auch für sensible Baby- oder Altershaut eignet.

Die Ringelblume kann äusserlich als Zutat in Salben, Auszügen und Tinkturen angewendet werden, die innere Anwendung der Pflanze ist in Form eines Tees üblich. Bei innerer Anwendung hilft die Calendula bei Gallenwegserkrankungen, Menstruations- und Verdauungsbeschwerden sowie bei Entzündungen im Mundraum oder Magengeschwüren. Äusserlich angewendet wirkt die Ringelblume antientzündlich bei Wunden, Insektenstichen und Hautirritationen.

Hinweise zur Ernte

Zwischen Juni und Oktober kann eine einzige Pflanze bis zu 50 Blütenköpfe mit mehreren weiblichen Zungenblüten ausbilden. Beim Anbau der Calendula gibt es nicht viel zu beachten, ein Aussäen unter natürlichen Bedingungen mit etwas Wasser und Wärme reicht aus, damit sich die Ringelblume wohlfühlt. An sonnigen Tagen können vormittags, idealerweise zwischen 11 und 12 Uhr, die voll erblühten Blütenköpfe ohne Stiele geerntet werden. Die gesammelten Blütenköpfe können nun licht- und aromageschützt getrocknet werden, bis sie gut durchgetrocknet sind. Da die Blüten Blütenschleime enthalten, neigen sie zum Schimmeln, weshalb ein gründliches Trocknen wichtig ist. Je farbkräftiger die Blüten bleiben, desto besser, denn die Farbe der gesammelten Blüten spiegelt deren Heilkraft wieder.

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